
Neue Zahlen von Statistik Austria zeigen, wie häufig Österreicher Wahlärzte nutzen – und welche Rolle die private Krankenversicherung dabei spielt.
Fast jede zweite Frau entscheidet sich beim Gynäkologen für eine Wahl- oder Privatordination. Auch beim Orthopäden und Hautarzt findet bereits rund jeder dritte letzte Facharztbesuch privat statt.
Das zeigt die neue Österreichische Gesundheitsbefragung 2025 (ATHIS) von Statistik Austria, die am 20. Oktober 2026 veröffentlicht wurde. Dafür wurden 16.446 Personen befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Bevölkerung ab 15 Jahren in österreichischen Privathaushalten.
Die Zahlen verdeutlichen: Wahlärzte sind längst ein fester Bestandteil der medizinischen Versorgung in Österreich.
Die Unterschiede zwischen den medizinischen Fachrichtungen sind beträchtlich.
| Fachrichtung | Wahl- oder Privatordination |
| Gynäkologie (Frauenarzt) | 43,8 % |
| Orthopädie | 31,0 % |
| Dermatologie (Hautarzt) | 29,5 % |
| Neurologie | 27,9 % |
| Innere Medizin | 26,7 % |
| Augenheilkunde | 22,7 % |
| Urologie | 22,2 % |
| Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde | 14,9 % |
Quelle: Statistik Austria, Gesundheitsbefragung 2025
Besonders auffällig ist die Gynäkologie: 43,8 % der befragten Patientinnen waren bei ihrem letzten Besuch in einer Wahl- oder Privatordination. Beim Orthopäden waren es 31,0 %, beim Hautarzt 29,5 %.
Am häufigsten werden Kassenordinationen hingegen bei Hals-Nasen-Ohren-Ärzten genutzt: Dort fanden 85,1 % der letzten Besuche in einer Kassenordination statt.
Die Gesundheitsbefragung liefert noch eine weitere interessante Erkenntnis:
Personen mit einer privaten Krankenversicherung, die Wahlmedizin abdeckt, nutzten Wahl- oder Privatordinationen in fast allen untersuchten Fachrichtungen ungefähr doppelt so häufig wie Personen ohne entsprechende Zusatzversicherung.
Die Studie zeigt damit einen deutlichen Zusammenhang zwischen privatem Versicherungsschutz und der Nutzung von Wahlärzten.
Insgesamt verfügen laut Statistik Austria 15,2 % der Bevölkerung ab 15 Jahren über eine private Wahlarztversicherung.
Wer eine Wahlordination besucht, bezahlt das Honorar grundsätzlich zunächst selbst. Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet bei erstattungsfähigen Wahlarztleistungen einen tarifabhängigen Anteil. Eine passende private Wahlarztversicherung übernimmt im Rahmen der vereinbarten Leistungen und Jahreshöchstbeträge weitere Kosten.
Damit gewinnen Versicherte zusätzlichen finanziellen Spielraum bei ihrer persönlichen Arztwahl.
Ob Gynäkologe, Orthopäde, Hautarzt oder Internist: Entscheidend ist, dass Sie den Arzt wählen können, dem Sie vertrauen und der für Ihre medizinischen Anliegen geeignet ist.
Die Möglichkeit, auch eine Wahl- oder Privatordination in Anspruch zu nehmen, erweitert Ihre Auswahl. Die tatsächliche Terminverfügbarkeit hängt dabei vom jeweiligen Arzt ab.
Auch die Kosten verdienen Aufmerksamkeit. Bei mehreren Facharztbesuchen, Untersuchungen oder Therapien können sich die privaten Honorare rasch summieren.
Wie hoch diese ausfallen und welchen Anteil Ihre Krankenkasse erstattet, erfahren Sie in unserem Beitrag: Wahlarzt-Kosten 2026: Was kostet ein Wahlarzt-Termin in Österreich?
Wahlarztversicherungen unterscheiden sich erheblich bei den Jahreslimits und den enthaltenen Leistungen. Je nach Tarif können neben Facharzthonoraren auch diagnostische Untersuchungen, Physiotherapie, Psychotherapie, Medikamente oder Heilbehelfe versichert sein.
Wer diese Möglichkeiten künftig nutzen möchte, sollte sich rechtzeitig um den passenden Versicherungsschutz kümmern – idealerweise, solange noch keine Beschwerden, auffälligen Befunde oder geplanten Behandlungen vorliegen.
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