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Laut zahlreichen Beschwerden werdender Mütter in den sozialen Netzwerken und bei der Wiener Patientenanwaltschaft wird die Spitalssuche für Geburten in Wien immer schwieriger.

Schwangerschaft

Wien: Spitalssuche bei der Geburt wird immer schwieriger

Werdende Mütter in Wien beklagen Engpässe bei Spitalsplätzen für die Entbindung.


Sich schon vor der Schwangerschaft einen Spitalsplatz für die Geburt zu suchen klingt absurd, ist aber in Wien laut zahlreichen Beschwerden bei der Patientenanwaltschaft und in den sozialen Netzwerken mittlerweile Realität. Frauen berichten davon, bereits bei relativ frühen Terminvereinbarungs-Versuchen (in den ersten Schwangerschaftsmonaten) von Krankenhäusern abgewiesen worden zu sein. Einige Schwangere weichen nach Niederösterreich aus, andere geben sich mit der 3., 4. oder 5. Wahl in Wien zufrieden.

Platzmangel auf Geburtenstationen?

9 öffentliche Spitäler stehen in der österreichischen Hauptstadt zur Verfügung, trotzdem komme es zu Engpässen. Das „Hanusch“-Krankenhaus hat seine Geburtenstation geschlossen, der „Göttliche Heiland“ hat Geburten nach „St.Josef“ in Hietzing verlegt und die Eröffnung des „Krankenhauses Nord“ verzögert sich weiterhin, so Johanna Sengschmid vom Wiener Hebammengremium im Gespräch mit „Radio Wien“. Vom Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) heißt es in einem Statement, es müsse für die Geburt „nicht immer das Wunschspital sein“. Verständlicherweise wollen Frauen jedoch in einem Krankenhaus entbinden, in dem sie sich wohl und sicher fühlen – das wird jedoch immer schwieriger. Stefan Zawodsky, Leiter einer Gynäkologie- und Geburtshilfeabteilung in einem Wiener Krankenhaus meint hierzu im Interview mit dem Standard: "Die Stadt Wien hat die Geburtsentwicklung über Jahre hinweg verschlafen“. Laut Statistik stieg die Geburtenanzahl in Wien in den vergangenen Jahren kontinuierlich an.

Zu wenige Hebammen

Und auch ein Mangel an Kassenhebammen sorge in Wien für Probleme. Hier gebe es 23 Kassenhebammen für rund 20.780 Geburten. Das macht fast 900 Geburten pro Kassenhebamme, erklärt Sengschmid. Dies führe zu einer unzureichenden Wochenbett-Betreuung. In jener Zeitspanne von sechs bis acht Wochen durchlebt nicht nur der Körper, sondern auch die Psyche der Frau enorme Veränderungen. Der Hormonhaushalt stellt sich um und es kann zur postnatalen Depression kommen, die von Hebammen schneller erkannt wird. Eine Versorgung im Wochenbett ist oftmals nicht möglich, wenn sich werdende Mütter nicht schon gleich zu Beginn ihrer Schwangerschaft oder besser noch zuvor anmelden. Die Alternative sind Wahlhebammen, die privat bezahlt werden.

Frauen, die selbst das Spital oder Privatspital und den behandelnden Arzt für ihre Entbindung auswählen wollen, informieren sich einfach hier.

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