Beim Kassenarzt zahlen Sie nichts, warten auf Facharzttermine aber oft Wochen und haben im Schnitt wenige Minuten Sprechzeit. Beim Wahlarzt bekommen Sie meist innerhalb von Tagen einen Termin und Zeit für Ihre Fragen - zahlen das Honorar aber zunächst selbst.
Was viele übersehen: Die Zahl der Kassenärzte ist seit 2009 um rund 7 Prozent gesunken, während die Zahl der Wahlärzte im selben Zeitraum um 60 Prozent auf über 11.800 gestiegen ist (Ärztekammer, Stand 2024). Wer zum Spezialisten will, hat ohne Wahlarzt-Versicherung eine Versorgungslücke.
Diese Seite wurde am von Gerhard Scheynost, Geschäftsführer PRIVATpatient.at für Sie auf Aktualität geprüft. | Kriterium | Kassenarzt | Wahlarzt | Wahlarzt mit Versicherung |
|---|---|---|---|
| Wartezeit auf Termin | Facharzt oft 4–10 Wochen | meist wenige Tage | meist wenige Tage |
| Zeit pro Termin | Ø 5–10 Minuten | 20–45 Minuten | 20–45 Minuten |
| Kosten Erstordination Facharzt | 0 € | 180–360 € | 0 bis ca. 60 € Eigenanteil (je Tarif) |
| Kassenersatz | – | 80 % des Kassentarifs (20–80 % des Honorars) | 80 % des Kassentarifs |
| Freie Arztwahl | eingeschränkt (Kassenvertrag nötig) | ✔ rund 11.800 Wahlärzte | ✔ rund 11.800 Wahlärzte |
| Privates MRT / CT | Überweisung, Wartezeit Wochen | 250–400 € selbst | erstattet je Tarif |
| Monatliche Kosten | 0 € | 0 €, dafür jede Rechnung selbst | ab 40 € (30 Jahre) |
Wartezeiten und Honorare: Richtwerte aus der Beratungspraxis 2026; Ärztezahlen: Österreichische Ärztekammer.

Österreich hat mehr Wahlärzte als Kassenärzte: rund 11.800 gegenüber rund 8.200 (Ärztekammer). Viele Kassenstellen - besonders Kinderheilkunde, Gynäkologie, Dermatologie und Psychiatrie - bleiben unbesetzt. Die Folge: Ein Kassen-Facharzt betreut oft mehr als 100 Patienten pro Tag, Termine gibt es Wochen später, und für das Gespräch bleiben wenige Minuten.
Wahlärzte haben denselben Facharzttitel und dieselbe Ausbildung - sie haben nur keinen Vertrag mit der Kasse. Deshalb bestimmen sie ihr Honorar selbst und nehmen sich die Zeit, die die Kassenmedizin nicht vorsieht: 20 bis 45 Minuten pro Termin sind üblich.
Der Preis dafür: Die Kasse ersetzt nur 80 Prozent ihres eigenen Kassentarifs. Bei einem Honorar von 280 Euro bleiben so je nach Fachrichtung 56 bis 224 Euro bei Ihnen. Genau diese Lücke schließt die Wahlarzt-Versicherung.
Kinderärzte mit Kassenvertrag sind vielerorts Mangelware. Beim Wahl-Kinderarzt gibt es den Termin am selben Tag - und Zeit für die Fragen, die Eltern wirklich haben.
Die meisten Gynäkologen sind Wahlärzte. Für Schwangerschaftsuntersuchungen ersetzt die Kasse rund 222 Euro - die Honorare liegen bei rund 715 Euro, Pränataldiagnostik nicht eingerechnet.
Rücken, Gelenke, Haut, Schilddrüse: Wer regelmäßig zum Facharzt muss, spart mit der Versicherung jedes Jahr mehrere hundert Euro und Wochen an Wartezeit.
Auf einen Kassenplatz für Psychotherapie wartet man oft Monate. Mit Wahlarzt-Versicherung beginnen Sie sofort - bei der Therapeutin, die zu Ihnen passt.
Wer nicht drei Vormittage im Wartezimmer verbringen kann, braucht planbare Termine. Wahlärzte bieten Abend- und Samstagstermine - die Versicherung macht sie leistbar.
Ein Knoten, ein auffälliger Befund, anhaltende Schmerzen: Privates MRT in drei Tagen statt sechs Wochen - das ist bei ernsten Fragen mehr wert als jede Prämie.

Wer einen guten Kassen-Hausarzt hat, selten zum Facharzt muss und mit Wartezeiten leben kann, ist im Kassensystem ausreichend versorgt. Eine Wahlarzt-Versicherung ist keine Pflicht, sondern eine Entscheidung für Zeit, Auswahl und Planbarkeit.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Möchten Sie bei medizinischen Problemen die freie Wahl des Spezialisten, kurze Wartezeiten und Zeit für eine Lösung - oder nehmen Sie Warteliste, wechselnde Ärzte und Fünf-Minuten-Termine in Kauf? Wer sich für das Erste entscheidet, sollte die Tarife vergleichen.
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Medizinisch nicht - beide haben dieselbe Ausbildung und denselben Facharzttitel. Der Unterschied liegt in Zeit, Verfügbarkeit und Auswahl: Wahlärzte nehmen sich 20 bis 45 Minuten pro Termin und vergeben Termine innerhalb von Tagen.
80 Prozent des Betrags, den die Kasse einem Kassenarzt für dieselbe Leistung zahlen würde. Gemessen am Wahlarzt-Honorar sind das je nach Fachrichtung nur 20 bis 80 Prozent - unabhängig davon, ob die Rechnung 180 oder 360 Euro beträgt.
Selbstverständlich. Die Wahlarzt-Versicherung ist eine Zusatzversicherung - Ihre gesetzliche Krankenversicherung bleibt vollständig bestehen. Sie entscheiden bei jedem Termin neu.
Je nach Fachrichtung und Region 4 bis 10 Wochen, bei Kinderpsychiatrie, Dermatologie oder Gynäkologie teils länger. Wahlärzte vergeben Termine in der Regel innerhalb von 1 bis 7 Tagen.
Erstordination 180 bis 360 Euro, Folgeordination 120 bis 240 Euro, privates MRT 250 bis 400 Euro, Physiotherapie 60 bis 90 Euro je Einheit, Psychotherapie 100 bis 160 Euro je Stunde (Richtwerte 2026). Davon ersetzt die Kasse nur einen kleinen Teil.
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