Eine Wahlarzt-Versicherung erstattet Honorare von Ärzten ohne Kassenvertrag: Erstordination, Untersuchungen, Diagnostik wie Ultraschall oder Labor, Therapien und - je nach Tarif - auch Physiotherapie, Psychotherapie, Medikamente, Heilbehelfe und Alternativmedizin. Was genau enthalten ist, entscheidet der Tarif. Hier lesen Sie, worauf es ankommt.
Diese Seite wurde am von Gerhard Scheynost, Geschäftsführer PRIVATpatient.at für Sie auf Aktualität geprüft. 
In Österreich arbeiten rund 11.800 Ärztinnen und Ärzte als Wahlärzte ohne Kassenvertrag - das sind deutlich mehr als Kassenärzte (rund 8.200, Quelle: Österreichische Ärztekammer, Stand 2024). In einzelnen Fachrichtungen wie Gynäkologie, Dermatologie oder Kinderheilkunde gibt es vielerorts kaum noch Kassenärzte mit freien Terminen. Wer zum Wahlarzt geht, zahlt das Honorar zunächst selbst und bekommt von der Krankenkasse nur 80 Prozent des Kassentarifs zurück - je nach Fachrichtung nur 20 bis 80 Prozent der Rechnung.
Die Wahlarzt-Versicherung schließt diese Lücke: Sie erstattet den Rest des Honorars gemäß Tarif - 50, 80 oder 100 Prozent - bis zum vereinbarten Jahreshöchstbetrag. Für Sie heißt das: freie Arztwahl, kurze Wartezeiten und Zeit für Ihre Fragen, ohne bei jeder Rechnung nachzurechnen.
Die Kernleistungen sind in fast allen Tarifen enthalten. Bausteine wie Therapien, Medikamente oder Alternativmedizin unterscheiden die Tarife - und den Preis.
Erst- und Folgeordinationen bei allen Fachrichtungen: Gynäkologie, Dermatologie, Orthopädie, Kinderheilkunde, HNO, Augen, Urologie, Innere Medizin. Auch Hausbesuche, wenn der Tarif es vorsieht.
Ultraschall, MRT und CT im privaten Institut (kurze Wartezeit), Laboruntersuchungen, EKG, Allergietests, Vorsorgeuntersuchungen über das Kassenprogramm hinaus.
Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Psychotherapie beim freiberuflichen Therapeuten - je nach Tarif mit eigenem Jahresbudget oder innerhalb des Gesamtbudgets.
Rezeptpflichtige Medikamente, die die Kasse nicht oder nur teilweise übernimmt, inklusive Rezeptgebühr - in vielen Komfort- und Premium-Tarifen enthalten.
Orthopädische Einlagen, Bandagen, Hörgeräte, teils Sehbehelfe (Brille, Kontaktlinsen) - mit tariflichem Höchstbetrag, meist alle 1 bis 3 Jahre.
Akupunktur, Homöopathie, TCM, Osteopathie und Chiropraktik beim Arzt - in Premium-Tarifen oft bis zu einem eigenen Jahresbudget, in Basis-Tarifen meist nicht enthalten.
Typische Ausprägungen der Tarifstufen bei den österreichischen Versicherern. Die konkreten Bedingungen unterscheiden sich je Anbieter - genau das vergleichen wir für Sie.
| Leistung | Basis | Komfort | Premium |
|---|---|---|---|
| Erstattung Wahlarzt-Honorar (nach Kassenersatz) | 50–80 % | 80 % | 100 % |
| Jahreshöchstbetrag | ca. 1.000–1.500 € | ca. 2.000–3.000 € | ca. 4.000–5.500 € oder unbegrenzt |
| Diagnostik (MRT, CT, Ultraschall, Labor) | ✔ im Budget | ✔ im Budget | ✔ teils eigenes Budget |
| Physiotherapie / Ergotherapie / Logopädie | teilweise | ✔ | ✔ |
| Psychotherapie | selten | ✔ mit Limit | ✔ höheres Limit |
| Medikamente & Rezeptgebühr | – | ✔ teilweise | ✔ |
| Heilbehelfe, Sehbehelfe | – | ✔ mit Limit | ✔ höheres Limit |
| Alternativmedizin (Akupunktur, TCM, Osteopathie) | – | teilweise | ✔ |
| Prämie 30-jährige Person (Wien/ÖGK) | ab 40 € | 46–70 € | 81–137 € |
Richtwerte aus den aktuellen Tarifwerken (Stand September 2026). Prämien aus dem PRIVATpatient-Prämienrechner.

Spitalsaufenthalte: Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarzt und Privatklinik sind Leistungen der Sonderklasse-Versicherung. Beide lassen sich kombinieren - und das ist meist günstiger als zwei getrennte Verträge.
Zahnbehandlungen: Zahnersatz, Kronen, Implantate und Kieferorthopädie sind eigene Tarife (Zahnzusatzversicherung). Manche Wahlarzt-Tarife enthalten einen kleinen Zahn-Baustein.
Bestehende Erkrankungen: Was beim Abschluss bereits behandelt wird oder bekannt ist, kann ausgeschlossen werden. Unsere anonyme Vorab-Prüfung zeigt vorher, welcher Versicherer Ihre Vorerkrankung mitversichert.
Wartezeiten: Die meisten Tarife haben 3 Monate Wartezeit für Krankheit (nicht bei Unfall), bei Schwangerschaft 6 bis 9 Monate - mit Ausnahmen, die wir kennen.
Wir vergleichen die Wahlarzt-Tarife aller 8 österreichischen Versicherer für Ihre Situation - kostenfrei, ungebunden und mit Bestpreis-Garantie. Sie zahlen keinen Cent mehr als direkt beim Versicherer.
Beim Kassenarzt fallen keine Honorare an - die Versicherung wird dort nicht gebraucht. Sie greift überall, wo Sie privat zahlen: beim Wahlarzt, im privaten Diagnostik-Institut, beim freiberuflichen Therapeuten und in der Wahlarzt-Ambulanz.
In Komfort- und Premium-Tarifen ja, meist mit einem eigenen Jahreslimit (z. B. 20 bis 40 Sitzungen oder 1.000 bis 2.500 Euro). Basis-Tarife enthalten Psychotherapie selten. Eine Psychotherapie-Stunde kostet 2026 rund 100 bis 160 Euro; die Kasse ersetzt je nach Träger etwa 30 bis 40 Euro.
Ja - MRT und CT gehören zur Diagnostik und werden nach Tarif erstattet. Ein privates MRT kostet 250 bis 400 Euro und ist meist innerhalb weniger Tage verfügbar, während die Wartezeit auf ein Kassen-MRT mehrere Wochen betragen kann.
Die jährliche Kassen-Vorsorgeuntersuchung ist kostenlos. Erweiterte Vorsorge beim Wahlarzt - etwa Hautkrebs-Screening beim Dermatologen, gynäkologische Zusatzuntersuchungen oder Herz-Kreislauf-Checks - erstattet die Wahlarzt-Versicherung gemäß Tarif.
Innerhalb Europas übernehmen die meisten Tarife ambulante Wahlarzt-Kosten, weltweit oft zeitlich begrenzt (z. B. 6 bis 8 Wochen pro Reise). Für Reisen empfiehlt sich zusätzlich eine Reise-Krankenversicherung mit Rücktransport.
Keiner - beide Begriffe meinen dieselbe ambulante Versicherung für Ärzte ohne Kassenvertrag. „Privatarzt“ ist der ältere Begriff, „Wahlarzt“ der heute gebräuchliche.
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