
Die Krankenkasse übernimmt in Österreich die medizinische Grundversorgung während der Schwangerschaft und die Entbindung in der Allgemeinen Klasse eines öffentlichen Spitals. Wer sich darüber hinaus den vertrauten Gynäkologen, zusätzliche Untersuchungen, Pränataldiagnostik oder die Geburt in einer Privatklinik wünscht, muss mit erheblichen privaten Kosten rechnen.
Kurzantwort |
Fünf Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen werden von der Krankenkasse übernommen, wenn sie bei einem Arzt mit Kassenvertrag durchgeführt werden. Viele Frauen möchten während der Schwangerschaft jedoch von ihrem vertrauten Wahlarzt begleitet werden oder entscheiden sich zusätzlich für Untersuchungen, die nicht oder nicht vollständig von der Krankenkasse bezahlt werden.
Dazu können beispielsweise gehören:
Welche Untersuchungen medizinisch sinnvoll sind, sollte immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Wer seine Schwangerschaft beim Wahlarzt begleiten lässt und zusätzliche Diagnostik nutzt, sollte für Vorsorge und Untersuchungen insgesamt mit ungefähr 2.000 bis 4.000 € rechnen. Die tatsächlichen Kosten hängen davon ab, welche Untersuchungen durchgeführt werden und welche Honorare der gewählte Arzt verrechnet.
Deutlich größer wird der Kostenunterschied bei der Geburt. Die Entbindung in der Allgemeinen Klasse eines öffentlichen Spitals wird von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.
Wer dagegen seinen Gynäkologen selbst wählen, in einer Privatklinik oder Sonderklasse entbinden und die ersten Tage mit dem Baby im Ein- oder Zweibettzimmer verbringen möchte, bezahlt ohne private Krankenversicherung selbst.
Für eine Geburt im privaten Setting liegen die Kosten derzeit typischerweise bei etwa 6.000 bis 12.000 €. Entscheidend ist unter anderem das gewählte Spital, der behandelnde Arzt, die Art der Entbindung und die Dauer des Aufenthalts.
Ein Wunschkaiserschnitt ohne medizinische Indikation ist nochmals ein eigenes Thema. Wer sich bewusst für einen geplanten Kaiserschnitt entscheidet, muss ohne entsprechende private Absicherung mit Kosten ab etwa 8.000 € rechnen.
Kommt es zu einem ungeplanten Kaiserschnitt, einem längeren Spitalsaufenthalt oder zusätzlichen Behandlungen, können die Gesamtkosten deutlich steigen.
Eine einzige Pauschalsumme gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind die Wünsche während der Schwangerschaft und der tatsächliche Verlauf der Geburt.
Als realistische Orientierung gilt:
Bei einer Schwangerschaft mit privater Vorsorge und anschließender Geburt im Wunschspital sind rund 11.000 € Gesamtkosten daher eine realistische Größenordnung – und keine außergewöhnliche Luxusrechnung.
Eine Wahlarztversicherung erstattet Kosten für private Arzttermine, Untersuchungen und Behandlungen. Die Sonderklasse-Versicherung betrifft dagegen den stationären Bereich und übernimmt die Kosten für die Geburt in einer Privatklinik oder Sonderklasse – mit Kostendeckungs-Garantie. Sie schützt aber nicht nur rund um die Entbindung: Auch stationäre Behandlungen wegen Schwangerschaftserkrankungen, Schwangerschaftskomplikationen oder Wochenbetterkrankungen sowie pätere Spitalsaufenthalte aufgrund von Unfall oder Erkrankung sind umfasst. Die Sonderklasse ist also keine „Schwangerschafts-Versicherung“, sondern die langfristige Absicherung für optimale Versorgung bei Spitalsaufenthalten.
Auch bei bereits bestehender Schwangerschaft ist eine private Krankenversicherung abschließbar. Möglich sind Sonderklasse oder Sonderklasse plus Wahlarzt. Welche Tarifvariante und Konditionen angeboten werden, hängt von Schwangerschaftswoche, Gesundheitszustand und Versicherer ab. Je früher die Prüfung erfolgt, desto größer ist die Auswahl.
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